Gesetzliche und private Krankenversicherung nach der GesundheitsreformDer Weg in die private Krankenversicherung ist Zuge der Gesundheitsreform dagegen deutlich schwieriger geworden. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte müssen die Jahresarbeitsentgeltgrenze mindestens drei Jahre lang überschreiten. Für das Jahr 2008 beläuft sich die Grenze in allen Bundesländern auf jährlich 48.150,- Euro und monatlich 4012,50 Euro inkl. Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Freiberufler und Selbstständige können sich weiterhin frei privat versichern. Eine wichtige Neuerung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Einführung von Wahltarifen mit Selbstbehalten. Selbstbehalt bedeutet, dass Sie einen vereinbarten Betrag von z.B. 300 Euro selbst zahlen, falls Behandlungskosten anfallen, ausgenommen hiervon sind Vorsorgeuntersuchungen. Fallen keine Behandlungskosten an, haben sie diesen Betrag eingespart. Zusätzlich winkt eine Bonuszahlung der Krankenkasse, ein Tarif mit Selbstbehalten zu wählen ist also ein relativ kalkulierbares Risiko. Die großen Krankenversicherungen planen die Einführung dieser Wahltarifen. Vor Abschluss sollten Sie sich aber genau informieren ob sich ein Tarif mit Selbstbehalten für Sie lohnen würde, denn ein Wechsel wird nur einmal im Jahr möglich sein. Weiter sind günstige Tarife durch Hausarztmodelle in Planung. Alle gesetzlichen Krankenkassen werden nach der Gesundheitsreform Hausarzttarife einführen müssen. Für die private Krankenversicherung sind Tarife mit Selbstbehalten schon lange üblich. Sprechen Sie mit ihrem Versicherungsexperten, ob und wenn ja welche Selbstbeteiligung für Sie interessant sein könnte. Die gesetzlichen Krankenkassen wird nach der Gesundheitsreform stärker zum wirtschaftlichen Umgang mit den Mitteln angehalten werden: Die Kassen bekommen einen budgetierten Betrag für jeden Versicherten, damit müssen sie wirtschaften. Sind Sie in einer unwirtschaftlich arbeitenden Krankenkasse versichert, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten rechnen, da die Krankenkassen die zusätzlich anfallenden Kosten an ihre Versicherten abwälzen müssen. In Folge der Gesundheitsreform werden Sie sich stärker informieren müssen, bevor Sie einen Wechsel der Krankenkasse oder in die private Krankenversicherung in Erwägung ziehen, da die Angebote sowohl gesetzliche wie auch privat in Zukunft weiter ausdifferenzieren werden. Am besten lassen Sie sich vor dem Wechsel der Krankenkasse - ob gesetzliche oder private - kompetent und gründlich beraten. Ihr erster Einstieg in das Thema Gesundheitsreform kann die kostenlose Information im Internet sein. |
